Doppeljubiläum unserer Hütten

Jubiläumsfeiern im September 2026

Die beiden Jubiläen werden dort gefeiert, wo die Geschichte der Hütten seit Jahrzehnten lebendig ist – mitten in den Bergen des Mieminger Gebirges.

Freitag, 11. September 2026
90 Jahre Breitenkopfhütte
13:00 Uhr Festakt zum 90-jährigen Jubiläum an der Breitenkopfhütte
Anschließend gemütliches Beisammensein im Hüttenumfeld.

Samstag, 12. September 2026
125 Jahre Coburger Hütte
13:00 Uhr Berggottesdienst an der Coburger Hütte
14:00 Uhr Festakt zum 125-jährigen Jubiläum
Anschließend gemütliches Beisammensein mit musikalischer Umrahmung

125 Jahre Coburger Hütte und 90 Jahre Breitenkopfhütte

Zwei alpine Wahrzeichen der DAV-Sektion Coburg feiern Jubiläum

Im September 2026 feiert die DAV-Sektion Coburg gleich zwei außergewöhnliche Jubiläen: Die Coburger Hütte blickt auf 125 Jahre Geschichte zurück, die Breitenkopfhütte auf 90 Jahre. Beide Hütten sind weit mehr als nur Unterkunftsmöglichkeiten für Bergsteiger – sie sind Zeugnisse alpiner Tradition, ehrenamtlichen Engagements und einer tiefen Verbundenheit der Coburger Bergfreunde mit dem Mieminger Gebirge in Tirol.
Wer heute den Weg zur Coburger Hütte am malerischen Drachensee auf sich nimmt oder die kleine Breitenkopfhütte im Igelskar besucht, begegnet nicht nur beeindruckender Natur, sondern auch einem wichtigen Stück Vereinsgeschichte. Über Generationen hinweg haben Mitglieder, Hüttenwirte und ehrenamtliche Helfer dafür gesorgt, dass beide Hütten erhalten, modernisiert und den Anforderungen ihrer Zeit angepasst wurden.

Die Entstehung der Coburger Hütte

Die Geschichte der Coburger Hütte begann bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Der Münchner Alpinist Ferdinand Kilger regte im Jahr 1890 den Bau einer Schutzhütte am Drachensee an. Die Sektion Coburg des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins erkannte die Bedeutung dieses Standortes für die Erschließung des Mieminger Gebirges und begann mit den Planungen.
Nach mehreren Jahren Vorbereitung konnte die erste Coburger Hütte im Jahr 1901 eröffnet werden. Sie entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Stützpunkt für Bergsteiger und Wanderer. Bereits wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung erhielt die Hütte eine Wasserleitung und wurde fortlaufend den steigenden Anforderungen angepasst.
Die Entwicklung der Hütte verlief stets parallel zum wachsenden Bergtourismus. Erweiterungen, technische Verbesserungen und bauliche Anpassungen sorgten dafür, dass die Coburger Hütte ihren Charakter bewahrte und gleichzeitig den Ansprüchen moderner Bergsteiger gerecht wurde.
Zu den bedeutenden Meilensteinen zählen der Bau der Materialseilbahn im Jahr 1962 sowie zahlreiche Modernisierungen der Energie-, Wasser- und Sanitärversorgung in den folgenden Jahrzehnten. Die bislang größte Baumaßnahme erfolgte zwischen 2009 und 2011. Dabei wurden die Hütte umfassend saniert, die Infrastruktur erneuert und moderne Betriebs- und Aufenthaltsräume geschaffen.
Heute verfügt die Coburger Hütte über rund 85 Schlafplätze, einen Winterraum und eine großzügige Sonnenterrasse. Sie zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Alpenvereinshütten Tirols und ist weit über die Grenzen Coburgs hinaus ein Begriff.

Die Breitenkopfhütte – klein, aber einzigartig

Ganz anders präsentiert sich die Breitenkopfhütte. Sie gehört zu den kleinsten Hütten im Besitz einer DAV-Sektion und besitzt einen ganz besonderen Charme.
Ursprünglich diente das Gebäude als Unterkunft für Bergarbeiter des nahegelegenen Erzbergwerks. Nach dessen Schließung im Jahr 1913 blieb das kleine Haus erhalten. Im Sommer 1936 pachtete die Sektion Coburg das Grundstück und ließ die ehemalige Bergarbeiterunterkunft zu einer einfachen Bergsteigerhütte umbauen.
Am 21. September 1936 wurde die Breitenkopfhütte offiziell eröffnet. Seitdem dient sie als Selbstversorgerhütte für Bergsteiger und Wanderer. Mit ihren nur wenigen Quadratmetern Grundfläche bietet sie Platz für sechs Schlafplätze und einen kleinen Aufenthaltsraum.
Gerade ihre Einfachheit macht den besonderen Reiz der Hütte aus. Ohne Strom, fließendes Wasser und technischen Komfort vermittelt sie bis heute einen Eindruck davon, wie Bergsteigen und Hüttenleben früher erlebt wurden.

Die Menschen hinter der Hütte

Die Geschichte der Coburger Hütte ist untrennbar mit den Menschen verbunden, die sie über Jahrzehnte hinweg bewirtschaftet haben. Die Hüttenwirte waren Gastgeber, Organisatoren, Handwerker, Bergretter und oftmals auch gute Freunde der Bergsteiger.
Bereits der erste Hüttenwirt Michael Hagleitner legte 1901 den Grundstein für eine Tradition der Gastfreundschaft. Ihm folgten zahlreiche Wirtefamilien, die oft über viele Jahre oder sogar Generationen hinweg mit der Hütte verbunden waren.
Besonders prägend war die Familie Kerber aus Ehrwald. Ludwig („Lucki“) und Hedwig („Hedi“) Kerber führten die Hütte zunächst von 1938 bis 1942 und nach einer kriegsbedingten Unterbrechung erneut von 1944 bis 1962. Später übernahmen weitere Familienmitglieder Verantwortung und setzten die Tradition fort.
Seit 1992 wird die Coburger Hütte von der Familie Schranz bewirtschaftet. Friedl und Reingard Schranz führten die Hütte über mehr als ein Vierteljahrhundert hinweg und begleiteten zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen. Im Jahr 2019 erfolgte die Übergabe an die nächste Generation. Seither führt Jürgen Schranz die Hütte erfolgreich weiter.
Die Breitenkopfhütte wird seit 1966 von der Familie Brockardt-Riemann als Hüttenwarte der DAV-Sektion Coburg geführt und ist damit dieses Jahr genau 60 Jahre in “Familienhand”. Bis 1992 war Helmut Brockardt-Riemann Hüttenwart, seit 1992 bis heute kümmert sich sein Sohn Andreas mit Familie liebevoll um dieses Kleinod.

Thomas Engel

Hüttenwirte der Coburger Hütte
1901 – Michael Hagleitner, Innsbruck
1902–1911 – Franz Ostheimer („Wirt der Schanz“)
1912–1920 – Mathias Bader, Ehrwald
1921–1934 – Reinhard Spielmann, Ehrwald
1935–1937 – Marie Spielmann, Ehrwald
1938–1942 – Ludwig („Lucki“) und Hedwig („Hedi“) Kerber, Ehrwald
1943 – Josef Bosch und Hedi Kerber
1944–1962 – Lucki und Hedi Kerber
1963–1966 – Elmar Kerber, Ehrwald
1967–1972 – Hans und Marlene Kapferer, Ehrwald
1973–1974 – Familie Krause, Ehrwald
1975–1981 – Cornel und Hilde Kerber, Ehrwald
1982–1991 – Robert und Reinhilde Seidner, Gossensaß
1992–2018 – Friedl und Reingard Schranz, Innsbruck
seit 2019 – Jürgen Schranz, Innsbruck

Wichtige Stationen der Hüttengeschichte

Coburger Hütte
1890 – Erste Idee zum Hüttenbau am Drachensee
1895 – Bauentscheidung der Sektion Coburg
1901 – Eröffnung der Coburger Hütte
1904 – Bau einer Wasserleitung
1920er Jahre – Erste Erweiterungen
1962 – Bau der Materialseilbahn
1970–1985 – Umfangreiche Modernisierungen
1990er Jahre – Erneuerung der technischen Infrastruktur
2009–2011 – Generalsanierung und Erweiterung
2026 – 125-jähriges Jubiläum

Breitenkopfhütte
1913 – Stilllegung des Erzbergwerks
1936 – Umbau der ehemaligen Bergarbeiterunterkunft
21. September 1936 – Eröffnung der Breitenkopfhütte
1936–2026 – Erhaltung durch die DAV-Sektion Coburg
2026 – 90-jähriges Jubiläum

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